Sie befinden sich hier: Aktuelles



Mehr zu diesem Thema:

FAQ



Donauinselfest 2007: Der Rückblick

Das 24. Donauinselfest stand unter einem denkbar schlechten Stern. Am Donnerstag wütete in Wien ein gnadenloser Sturm, der einige Bühnen beschädigte, Stände mitriss und zahlreichen Personen- und Sachschaden anrichtete. Kurzzeitig stand wegen der Sturmwarnung für Freitag und den Schäden auf der Insel sogar der Abbruch des Festivals im Raum.

Trotzdem war der Auftakt der 24. Auflage des größten Open-Air-Festivals Europas alles andere als vom Winde verweht. Die Schäden des Vortages konnten beseitigt werden und fast alle Bühnen starteten nach Programm. Nach unzähligen Vorbereitungsstunden und viel Arbeit ging es jetzt auch für die 150 SanitäterInnen und NotärztInnen los. Angesichts des noch immer schlechten Wetters strömten am Freitag jedoch deutlich weniger Besucher auf das Donauinselfest. Trotzdem: 196 Patienten wurden am ersten Tag versorgt. 40 Personen mussten mit den 10 ständig im Einsatz befindlichen Fahrzeugen hospitalisiert werden. (Die Vergleichszahlen zum Vorjahr: 301 Hilfeleistungen/53 Hospitalisierungen)

Übung für die EURO 2008

Erstmals wurde auch die gemeinsame Zusammenarbeit mit der Wiener Berufsfeuerwehr hinsichtlich der EURO 2008 geübt. So waren heuer besonders viele Boote und Jetskis im Donaustrom und der neuen Donau stationiert, was sich spätestens Freitag Abend bei einer Patientenbergung in der Donau mit unserem RTW und NEF gerechtfertigt hatte.

Alle diejenigen, die durch Sturm, Regen, Hagel und Kälte am Freitag von der Insel ferngehalten wurden, wollten sich am Tag darauf die vielen Highlights, unter anderem das Konzert für den leider verstorbenen Georg Danzer, nicht entgehen lassen. Die durchwegs guten Acts sorgten für eine sensationelle Stimmung am Donauinselfest. Für die Samariter war jedoch spätestens ab 21:00 Uhr Schluss mit lustig. Ab da ging ein Notruf nach dem anderen in der Mobilen Leitstelle ein. Doch die Einsatzleitung erwies sich einmal mehr als Donauinselfest-erprobt und konnte auch heuer den Ansturm von 22:00 Uhr bis ca. 1:00 Uhr in der Früh managen.

Perfekte Zusammenarbeit

Um die notwendige Patientenversorgung garantieren zu können, entsandte der LV einige Rettungswagen, die sich primär um den Patientenabtransport in die Krankenhäuser kümmerten. Angesichts der kommenden EURO 2008 eine perfekte Demonstration, wie gut die Zusammenarbeit innerhalb des ASBÖ funktioniert. Zwei Menschen wurden von Samaritern wieder zurück ins Leben geholt und erfolgreich reanimiert, wobei in einem Fall besondern die Wiener Polizei hervorgehoben werden muss. Drei Exekutivbeamte leiteten bei einem Mädchen die Basisreanimation ein, bis professionelle Hilfe Seitens der Samariter zur Stelle war. Insgesamt versorgte der ASBÖ 465 Personen, bei 75 Hospitalisierungen. (Die Vergleichszahlen zum Vorjahr: 566 Hilfeleistungen/81 Hospitalisierungen)

Auch am Sonntag strömten die Besucher zu den Konzerten und Veranstaltungen. Im Vergleich zum Vortag durfte man den letzten Tag des Donauinselfestes durchaus als ruhig bezeichnen. 242 Hilfeleistungen und rund 37 Transporte in die umliegenden Spitäler bestätigen aber einmal mehr, dass die Samariter fleißig ihren Dienst versehen haben. (Die Vergleichszahlen zum Vorjahr: 284 Hilfeleistungen/28 Hospitalisierungen) Während des Donauinselfestes wurde erstmals auch die Transferierung per Boot von einem Ufer zum anderen mit der Wiener Berufsfeuerwehr geübt und erprobt. Nachdem am Sonntagnachmittag ein Heißluftballon abgestürzt war, konnte so unser Notarzt rasch und präzise zum Verunglückten gebracht werden. 

 Folgenschwerer Brückensprung

Der traurige Höhepunkt ereignete sich um ca. 2:00 Uhr in der Nacht von Sonntag auf Montag. Passanten beobachteten zwei Personen, die von der Brigittenauerbrücke sprangen. Sofort alarmierten diese die Samariter, die direkt unter der Brücke stationiert waren. Auch die Berufsfeuerwehr Wien war kurze Zeit mit ihrem Tauchzug zur Stelle. Es wurden sowohl die Dammseite als auch die Inselseite abgesucht und von Tauchern und Männern im Boot systematisch durchsucht. Am Ufer warteten jeweils ein NEF und ein RTW auf die vermissten Personen.

Nach ungefähr einer Stunde konnten das Mädchen (17) und der junge Mann (31) in ca. 4,5 Metern Tiefe von den Tauchern geborgen werden. Der anwesende Notarzt konnte leider nur noch den Tod der beiden feststellen.