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ASBÖ Floridsdorf-Donaustadt - Die Erfolgsstory

Der Arbeiter-Samariter-Bund Floridsdorf-Donaustadt besteht seit 1952. In den über 60 Jahren seines Bestehens hat sich der Verein von einer 9 Mitglieder zählenden Gruppe zu einer der größten Gliederungen im ASBÖ entwickelt. Lesen Sie hier die wichtigsten Meilensteine im geschichtlichen Rückblick.

50 Jahre Gruppe Floridsdorf-Donaustadt

So turbulent wie die Geschichte der Bundesorganisation, verlief sie auch in den Bezirken links der Donau. Aus der Zeit vor 1934 sind nur bruchstückhafte Teile der Existenz einer Gruppe des ASBÖ in diesen Bezirken bekannt.

5 Jahre nach der Neugründung der Bundesorganisation 1947 findet am 10. September 1952 die erste Mitgliederversammlung der Gruppe Floridsdorf statt. Die 9 Mitglieder treffen sich in einem kostenlos von der Mietervereinigung zur Verfügung gestellten Kellerlokal im Paul-Speiser-Hof. Bereits am 14. September 1952 wird beim ?Tag des Kindes? der erste Dienst unserer Gruppe geleistet.

Im Jahre 1953 wird der Schulungsbetrieb aufgenommen und anlässlich des 60-jährigen Bestehens des Österreichischen Gewerkschaftsbundes bei dessen Festzug der erste Großeinsatz unserer Gruppe geleistet. Gleichzeitig beginnt der Aufbau der ersten Hilfsplätze im Rahmen des Wasserrettungs- und Wintersporthilfsdienstes.
Bei der ersten Bewährungsprobe der neuen Bundesorganisation im Einsatz bei der Hochwasserkatastrophe 1954 ist auch die noch kleine Gruppe Floridsdorf mit dabei. Die damalige Kassierin, Leopoldine Ihl, leitet auf Einladung des dortigen ASB einen Kinderzug mit 50 Jugendlichen aus den Hochwassergebieten zu einem dreiwöchigen Erholungsurlaub nach Dänemark.

1954:

1954 verzeichnet die Gruppe Floridsdorf 20 Einsätze mit insgesamt 116 Hilfeleistungen und hat am 31.12.1954 einen Kassastand von ? 5,40, bei einem Jahresbudget von ? 37,90.

Der junge ASBÖ Floridsdorf-Donaustadt besteht seine erste Bewährungsprobe

1955 wird die Existenz der Gruppe trotz mühevoller Aufbauarbeit durch den Verlust des Gruppenlokals gefährdet. Um dies zu verhindern erklärt sich unsere Kassierin Leopoldine Ihl bereit, die Treffen in ihrer Wohnung abzuhalten. Dies wird ein ganzes Jahr durchgehalten, bis 1956 im Sektionslokal der Sektion 5 im Paul-Speiser-Hof ein neues Zuhause gefunden wird. Hier beginnt auch die Zusammenarbeit mit der Volkshochschule Wien-Nord und die gemeinsam Durchführung von Erste-Hilfe-Kursen.

In diesem Jahr ist die Gruppe Floridsdorf auch in den Ungarn-Einsatz der Bundesorganisation eingebunden. Durch zwei Samariter unserer Gruppe, Robert Kunert und Gerhard Markgraf, wurde monatelang das Auffanglager der Flüchtlinge aus Ungarn in Andau/Bgld. betreut und Leopoldine Ihl leitete einen Flüchtlingskonvoi nach Belgien.

Mit Ende 1956 hat die Gruppe einen Stand von 21 Mitgliedern.

Die folgenden Jahre sind vom weiteren Aufbau der Gruppe durch eine neue Wasserrettungsstation am Dragonerhäufel an der Alten Donau, Kursen, Wettbewerben und dem Einzug in ein eigenes Gruppenlokal in der Prager Straße 33 (Mauthner-Schlössel) gekennzeichnet. 1961 wird die Zweigstelle Donaustadt gegründet.

1961 wird auch durch das Fahrverbot im gesamten Überschwemmungsgebiet der Wasserrettungsdienst von der Donau auf das Dragonerhäufl an der oberen alten Donau verlegt, wo an Samstagen sowie an Sonn- und Feiertagen von freiwilligen Helfern der Wasserrettungsdienst bestritten wird.

1961:
10 Jahre der Aufbaus sind geschafft

1962 feiert die Gruppe ihr 10-jähriges Bestehen und blickt erfolgreich auf die letzten Jahre zurück. In dieser Zeit wurden 263 Einsätze mit insgesamt 10.000 Dienststunden geleistet. Dabei wurde in 1.248 leichten und 118 schweren Fällen Erste-Hilfe geleistet. Die Gruppe zählt zu diesem Zeitpunkt 41 aktive und 124 unterstützende Mitglieder. Dennoch wurde die Arbeit durch permanente Geldnot gedämpft und nur durch ständiges Spendensammeln aufrecht erhalten. Auch ohne die Unterstützung befreundeter Organisationen wäre der Dienstbetrieb nicht aufrecht zu erhalten gewesen. So konnte nur durch ein geborgtes Zelt der Kinderfreunde der Wasserrettungsdienst ins Leben gerufen werden.

Der Gruppenvorstand bestand aus den Obmännern Dr. Karl Mertl und Robert Kunert, der Schriftführerin Elisabeth Maural, der Kassierin Leopoldine Ihl und dem Technischen Leiter Walter Platzer.

In den folgenden Jahren jedoch konnte sich die kleine Gruppe Floridsdorf durch herzeigbare Leistungen zu einer bekannten und geschätzten Organisation entwickeln.
Den Beginn machte 1964 die Wiener Internationale Gartenschau, wo unsere Gruppe mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln und mit Unterstützung durch die Gruppe Meidling den Sanitätsdienst im Donaupark stellte. Mit den Einnahmen aus unseren Erste-Hilfe-Leistungen konnte erstmals ein finanzieller Polster angelegt werden, mit dem die Modernisierung unserer Ausrüstung umgesetzt werden konnte. Nachdem die Donauparkhalle zu einem Eissportzentrum umgebaut wurde und auch Austragungsort der Weltmeisterschaften im Eishockey und Eiskunstlauf war, eröffnete sich für uns eine weiter Möglichkeit für Sanitätsdienste. Durch diese Ausdehnung unserer Aktivitäten auf Donaustadt war die Namensänderung am 22. Jänner 1966 auf ?Gruppe Floridsdorf-Donaustadt? nur eine logische Konsequenz.

1966 wurde auch der Sanitätsdienst auf der Jubiläumswarte eingestellt und statt dessen mit dem Winterdienst am Bisamberg begonnen.

1966:
1966 belief sich der Jahresumsatz schon auf über ? 10.000,-, bei einem Stand von 570 Mitgliedern. Die Gruppe leistete zu diesem Zeitpunkt bei 583 Hilfeleistungen insgesamt 2.069 Dienststunden und führte 63 Transporte durch. Die Leitung der Gruppe bestand aus den Obmännern Dr. Karl Mertl und Robert Kunert, dem Schriftführer Walter Schneider, der Kassierin Leopoldine Ihl und dem technischen Leiter Walter Platzer.

In dieser Zeit wurde auch die Zusammenarbeit mit der Volkshochschule bei Erste-Hilfe-Kursen ausgebaut und dieses Modell der Zusammenarbeit von der Bundesorganisation und anderen Gruppen übernommen. Unterstützt von Arbeiterkammer und Sozialversicherung zählte es über viele Jahre zu einem Fixpunkt in den Kursprogrammen der Volkshochschulen.

Die Schwimmerausbildung wird aufgebaut

Aus der Zusammenarbeit mit der Gruppe Meidling entwickelte sich 1965 im Theresienbad auch die Schwimmausbildung. Seit 1967, als das Floridsdorfer Hallenbad eröffnet wurde, dem in späteren Jahren auch das Hallenbad in der Großfeldsiedlung folgte, zählen Schwimmkurse und die Ausbildung zum Rettungsschwimmer zu einem Fixbestandteil unserer Tätigkeit. In diesen Jahren sind tausende Kinder und Jugendliche durch die Hände unserer Schwimmlehrer geschwommen und haben nicht nur schwimmen gelernt, sondern auch bei Schwimmwettkämpfen immer wieder große Erfolge errungen. Auch die Tätigkeit unserer Taucher wird in dieser Zeit intensiviert und eine Zusammenarbeit mit dem Tauchclub der Naturfreunde begonnen.

1967:
Dieser Zulauf an Jugendlichen führte auch dazu, dass eine eigene Jugendgruppe gegründet wurde, in der viele unserer heutigen FunktionärInnen und MitarbeiterInnen ihre erste Samariter-Luft schnupperten.

Sowohl unsere Aktivitäten bei der Wasserrettung als auch bei der Jugend unserer Gruppe führten dazu, dass im Bundesverband eine Sektion Wasserrettung und ein Jugendreferat gegründet wurden.

1967 war aber auch jenes Jahr, in dem unsere Gruppe als erste in Wien ihr wirklich eigenes Gruppenlokal als Hauptmieter in der Prager Straße 43-47 bezog

In diesem Jahr stellte die Gruppe Floridsdorf-Donaustadt auch auf der Bundeshauptversammlung den Antrag, einen Alternativdienst zum Wehrdienst einzurichten und sorgte damit österreichweit für Aufsehen. Trotz anfänglichem Widerstand der Jugendorganisationen übernahmen diese später unsere Idee.

1970 belief sich der Jahresumsatz auf ? 12.000,-, bei einem Stand von 955 Mitgliedern. Die Gruppe leistete zu diesem Zeitpunkt bei 1.065 Hilfeleistungen insgesamt 3.970 Dienststunden und führte 69 Transport durch. Die Leitung der Gruppe bestand aus den Obmännern Walter Platzer, Robert Kunert und Alfred Bichlbauer, dem Schriftführer Walter Vejchoda, der Kassierin Leopoldine Ihl und dem technischen Leiter Peter Fohringer.

Das erste Fahrzeug wird in Dienst gestellt

1971 konnte die Gruppe Floridsdorf-Donaustadt ihr erstes Fahrzeug in Dienst stellen. Dabei handelte es sich um einen gebrauchten Kombiwagen, der von der Gewerkschaftsjugend erstanden werden konnte. Damit konnte die Gruppe viel leichter ihren Aufgaben nachkommen und einen weiteren Grundstein für die Entwicklung legen.

1972:
Die folgenden Jahre waren wieder von entscheidenden Ereignissen geprägt, die zur heutigen Größe und Stärke der Gruppe einen alles entscheidenden Beitrag geleistet haben. Das inzwischen viel zu klein gewordene Lokal in der Prager Straße konnte 1972 durch ein Neues in der Pitkagasse ersetzt werden. Durch großzügige Unterstützungen und einen Kredit von ? 2.544 war die Einrichtung und Ausstattung des Schulungsraumes möglich.

Am 28. April 1973 konnte sich die Gruppe über eine Spende der Zentralsparkasse freuen, die einen nagelneuen Puch-Haflinger zur Verfügung stellte und der durch den damaligen Generaldirektor Mantler und Bezirksvorsteher Emerling an uns übergeben wurde. Damit konnte die ein Jahr zuvor gegründete eigenen Tauchereinsatzgruppe völlig neue Wege bei der Rettung nach Wasserunfällen beschreiten. Neue Ausrüstungen und ein Boot, durch das damalige Bundesministerium für Gesundheit und Umweltschutz zur Verfügung gestellt, machten unseren Tauchzug so erfolgreich, dass auch die Bundesorganisation eine derartige Einheit im Rahmen des Katastrophenhilfsdienstes aufbaute. Wieder einmal war die Gruppe Floridsdorf-Donaustadt Vorreiter für einen wichtigen Aufgabenbereich des ASBÖ.

1973 fand in Wien auch das erste Ferienspiel statt, an dem sich die Gruppe Floridsdorf-Donaustadt seit damals beteiligt. Viele der Kinder habe so den Weg zum Samariterbund gefunden und sind über die Jugendgruppe bis heute aktive MitarbeiterInnen.

1974 belief sich der Jahresumsatz schon auf über ? 50.000,-, bei einem Stand von 828 Mitgliedern. Die Gruppe leistete zu diesem Zeitpunkt bei 948 Hilfeleistungen insgesamt 10.084 Dienststunden und führte 110 Transport durch. Die Leitung der Gruppe bestand aus den Obmännern Walter Platzer, Robert Kunert und Johann Orth, dem Schriftführer Kurt Wernig, der Kassierin Leopoldine Ihl und dem technischen Leiter Peter Fohringer.

Im Jänner 1975 setzte die Gruppe Floridsdorf-Donaustadt einen weiteren Meilenstein und richtet im Vereinslokal in der Pitkagasse die erste Familienberatung ein. Der große Andrang veranlasst die Gruppe schon im März 1975 eine zweite Stelle in der Großfeldsiedlung zu eröffnen.

1975:
Acht Jahre nach dem Antrag der Gruppe Floridsdorf-Donaustadt auf der Bundeshauptversammlung des ASBÖ wird schließlich 1975 im Nationalrat der Beschluss über ein Zivildienstgesetz gefasst. Die Gruppe Floridsdorf-Donaustadt kann daher mit Recht behaupten, zu den Wegbereitern des Zivildienstes zu gehören und war auch von Beginn an bei deren Einsatz dabei. Schon am 14. April 1975 begannen sechs Zivildiener aus der Zentrale ihren Dienst in unserer Gruppe. Viele unserer Mitarbeiter kamen und kommen über ihren Zivildienst zu uns.

Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen Zivildienstleistenden, die in den letzten Jahrzehnten ihren Dienst bei uns geleistet haben, für deren Arbeit bedanken.

1976:
Die Stadt Wien beschließt in diesen Jahren den großzügigen Ausbau der Baggerseen zu Erholungsgebieten und erstellt mit unserer Hilfe die Konzepte für den Wasserrettungsdienst. 1976 ist es dann so weit. Am Badeteich Hirschstetten entsteht die modernste Wasserrettungsstation Österreichs. Ausgerüstet mit Sprechfunk, Motorboot, modernsten Wiederbelebungsgeräten und sogar einem Elektrokardioskop geht diese Station von uns betreut in Betrieb.

1976 feiert die Floridsdorfer Jugendstaffel einen großartigen Erfolg mit dem 1.Platz in der Staffel und dem 1. Platz in der Mannschaftswertung bei den Österreichischen Meisterschaften im Rettungsschwimmen in Faak am See.

Der alte Kombiwagen hat ausgedient und wird durch zwei VW-Busse ersetzt. In den darauf folgenden Jahren kommt der Badeteich Süßenbrunn als Betreuungsberich hinzu und der Sanitätsdienst an der gerade entstehenden Neuen Donau wird aufgebaut.

Zum 25jährigen Jubiläum der Gruppe Floridsdorf-Donaustadt 1977 besitzt die Gruppe vier Fahrzeuge, acht Tauchausrüstungen, zwei Motorboote und ein Sanitätszelt mit Notstromversorgung. Zu dieser Zeit sind drei fixe Sanitätsstationen, jeweils am Bisamberg, an der Alten Donau und in Hirschstetten in Betrieb. Weiters werden insgesamt 6 Jugendklubs in der Meißnergasse, in den Jugendzentren und ein eigener Jugendtauchklub geführt. In einer Reihe von Fahrschulen und in den Volkshochschulen werden Kurse abgehalten. In den Jahren 1974 bis 1976 beliefen sich die Ausgaben auf ? 42.730,-

1977:
1977 konnte zwischen der Gruppe Floridsdorf-Donaustadt und der Zentrale des ASBÖ ein Vertrag unterzeichnet werde, der uns den selbstständigen Abtransport von Verletzten bei unseren Sanitätsstationen ermöglichte.

1978 belief sich der Jahresumsatz schon auf über ? 88.000,-, bei einem Stand von 836 Mitgliedern. Die Gruppe leistete zu diesem Zeitpunkt bei 1.118 Hilfeleistungen insgesamt 10.853 Dienststunden und führte 127 Transport durch. Die Leitung der Gruppe bestand aus den Obmännern Walter Platzer, Robert Kunert und Johann Orth, der Schriftführerin Maria Lutz, der Kassierin Leopoldine Ihl und dem technischen Leiter Franz Haberhauer.

Die Wasserrettung auf der Donauinsel wird ausgebaut

Im April 1979 wurde der Ausbau der Donauinsel weiter fortgeführt und zusätzliche Wasserrettungsstation im Bereich der Neuen Donau Süd und Nord in Betrieb genommen.

Durch die laufende Steigerung von Zivildienstleistenden in der Gruppe Floridsdorf-Donaustadt und der damit aufwändigeren Administration in der Zentrale des ASBÖ, wurde 1979 die eigene Rechtsträgerschaft beantragt und vom Innenministerium erteilt.

Für die steigende Zahl von Aufgaben wurde das Gruppenlokal in der Pitkagasse sehr rasch zu klein und Ende 1979 wurde der Dienstbetrieb in neue Räumlichkeiten in die Mitterhofergasse verlegt. Die Pitkagasse wurde als Schulungszentrum weiterbetrieben.

1980:
Schon kurz nach dem Einzug in die Mitterhofergasse erfolgte der Einstieg in den Rettungs- und Krankentransport. Auslöser war der Unfall eines Aufzugmonteurs, der in einem Schacht abgestützt war. Trotz vorhandener Fahrzeuge konnten unsere Sanitäter nur Erste-Hilfe leisten aber nicht den rasch notwendigen Transport in ein Krankenhaus durchführen. Durch eine Vereinbarung mit der Zentrale des ASBÖ wurde ab diesem Zeitpunkt rund um die Uhr ein Fahrzeug besetzt.

Die dadurch gestiegene Zahl von Fahrten machte es auch notwendig den Fuhrpark auszuweiten. Der bestehenden Wagenpark aus zwei Puch Haflingern, einem VW Bus und einem VW Käfer, wurden 1980 um einen für den Rettungsdienst umgebauten Mercedes Kombi und zwei Volvo Kombi erweitert.

1980 wurden für den Wasserrettungsdienst vollausgestattete Sanitätscontainer eingesetzt. Die technische Ausstattung entsprach dem letzten Stand der Technik und war zu diesem Zeitpunkt einmalig in Österreich.

1982 belief sich der Jahresumsatz schon auf über ? 320.000,-. Die Gruppe leistete zu diesem Zeitpunkt bei 2.302 Hilfeleistungen insgesamt 20.989 Dienststunden und führte 2.042 Transporte durch. Die Leitung der Gruppe bestand aus den Obmännern Walter Platzer, Robert Kunert und Johann Orth, der Schriftführerin Maria Lutz, dem Kassier Franz Fruhwirth und dem technischen Leiter Alfred Mitschka.
In diesen Jahren wuchs die Gruppe Floridsdorf-Donaustadt immer schneller und die Zahl der Aktivitäten stieg ständig an. Zu diesem Zeitpunkt waren schon 40 Zivildienstleistende bei der Gruppe im Einsatz.

1982:
1982 machte die Gruppe nach den Donauparkfesten beim Oktoberfest der SPÖ das erste mal bei einer Veranstaltung auf der Donauinsel einen Sanitätsdienst. Aus diesem Fest wurde 1983 das heute größte Freiluft-Fest Europas, das Donauiselfest, welches bis zum heutigen Tag von der Gruppe Floridsdorf-Donaustadt betreut wird.

Durch eine Spendenaktion bei diesem ersten Donauinselfest konnte ein neues Rettungsfahrzeug der Marke Renault Traffic angeschafft werden. Damit wurde der Umstieg von PKW-Kombis zu großräumigen Rettungsfahrzeugen begonnen.

1984 fand auch in Wien der erste Wien Marathon statt, bei dem seit damals auch die Gruppe Floridsdorf-Donaustadt mit einem beträchtlichen Aufgebot an Hilfskräften, Fahrzeugen und Material beteiligt ist.

Durch die Ausweitung der Wasserrettungsstationen auf der fertig werdenden Donauinsel stieg auch der Bedarf an Fahrzeugen. 1986 bestand der Fuhrpark aus 5 Rettungsfahrzeugen, 4 PKW´s und 6 Sonderfahrzeugen.

1987:
Durch das weitere Wachstum der Gruppe wurden auch sehr schnell die Räumlichkeiten in der Mitterhofergasse zu klein und so wurde im April 1987 die Liegenschaft in der Bruckhaufner Hauptstraße 3 erworben. Die Gruppe hatte zum ersten mal genügend Platz für die Fahrzeuge, eigene Büro- und Aufenthaltsräumlichkeiten, sowie eine eigene Werkstätte für kleinere Reparaturen. Die Räumlichkeiten in der Pitkagasse als Schulungszentrum, in der Mitterhofergasse als Lagerräumlichkeiten und in der Meißnergasse für die Jugendgruppe wurden weiter genutzt. Bei der Eröffnungsfeier sagte der damalige Wiener Landtagspräsident, Ing. Fritz Hofmann: ?Wenn das so weiter geht, braucht ihr bald die Donauparkhalle?

1988 wurde auch im Fuhrpark auf eine neue Generation von Fahrzeugen umgestellt und der erste Rettungswagen der Marke Mercedes MB 100 in Dienst gestellt.

1988 belief sich der Jahresumsatz schon auf über ? 450.000,-, bei einem Stand von 895 Mitgliedern. Die Gruppe leistete zu diesem Zeitpunkt bei 2.795 Hilfeleistungen insgesamt 37.700 Dienststunden und führte 5.719 Transport durch. Die Leitung der Gruppe bestand aus den Obmännern Walter Platzer, Robert Kunert und Johann Orth, der Schriftführerin Maria Lutz, dem Kassier Franz Fruhwirth und dem technischen Leiter Dipl.Ing. Erwin Scheidl.

1990 konnte der Fuhrpark weiter ausgebaut und erneuert werden. Er bestand aus 2 Fahrzeugen für den Rettungs- und 5 Fahrzeugen für den Krankentransport, sowie 8 Sonderfahrzeugen. In diesem Jahr wurde uns von der Firma Allmocar für einen geleisteten Dienst ein neuer Geländewagen der Marke Suzuki für ein halbes Jahr gratis zur Verfügung gestellt. Die ÖMV kaufte danach das Fahrzeug und spendete es der Gruppe.

Seit 1990 wird der Sanitätsdienst auf der Donauinsel in der derzeitigen Größe von 10 Erste-Hilfe Stationen durchgeführt. Im Laufe der Jahre wandelte sich der Dienst schwerpunktmäßig aber vom Wasserrettungsdienst hin zum Erste-Hilfe-Dienst für die Erholungssuchenden an Land. Um den gesamten Bereich der Donauinsel noch besser betreuen zu können, wurden auch verstärkt Fahrzeuge eingesetzt. Für diesen Zweck wurde der Fuhrpark um Rettungsfahrzeuge aus dem Bestand der Wiener Rettung ergänzt.

1990:
1990 belief sich der Jahresumsatz schon auf über ? 600.000,-, bei einem Stand von 942 Mitgliedern. Die Gruppe leistete zu diesem Zeitpunkt bei 1.748 Hilfeleistungen insgesamt 26.827 Dienststunden und führte 7.198 Transport durch. Die Leitung der Gruppe bestand aus den Obmännern Walter Platzer und Alfred Mitschka, der Schriftführerin Maria Lutz, dem Kassier Franz Fruhwirth und dem technischen Leiter Robert Kaminek.

Auch der Einsatz von Zivildienstleistenden nahm stetig zu und erreichte 1992 den heutigen Stand von 100 jungen Männern, die bei unserer Gruppe ihren Wehrersatzdienst leisten.

Nach einer längeren Durststrecke steht ab dieser Zeit die Gruppe Floridsdorf-Donaustadt auf einem gesunden Fundament. Bedingt durch das ständige Wachstum wird aber auch der Platzbedarf immer größer und die Räumlichkeiten in der Bruckhaufner Hauptstraße zunehmend unzumutbarer. Zu diesem Zeitpunkt wird die schon seit einigen Jahren überlegte Idee einer zentralen Rettungsstelle auf der Donauinsel wieder aktuell. Es soll aber noch fast 10 Jahre dauern bis diese Idee Realität wird.

1992 setzt die Gruppe wieder einmal für den gesamten ASBÖ einen neuen Schritt. In einem Vertrag mit der Jupiter-Versicherung erhalten alle Mitglieder der Gruppe eine Reiserückholversicherung. Jahre später wird diese Leistung österreichweit für den gesamten ASBÖ von der Zentrale angeboten.

Zum schnellen Einsatz bei Sanitätsdiensten oder Katastrophenfällen wurde der Fuhrpark um zwei voll ausgestattete fahrbare Erste-Hilfe Stationen erweitert.

Der ASBÖ Floridsdorf-Donaustadt hat 1992 bei der Betreuung von Flüchtlingen aus dem ehemaligen Jugoslawien auch seine langjährige Erfahrung im Bereich sozialer Dienste unter Beweis gestellt. Auf dem Sportgelände der Nationalbank in Floridsdorf wurden über mehrere Monate zahlreiche Familien, nicht nur medizinisch sondern auch bei alltäglichen Problemen, unterstützt und betreut.

1993:
1993 wurde im Fuhrpark der nächste Sprung vollzogen. Anstelle der zu schwachen Fahrzeuge der Marke Mercedes MB 100 wurde ein Mercedes MB 310 in Dienst gestellt. Nicht nur in der Größe war dies eine neue Ära sondern auch in der Ausstattung. Das neue Fahrzeug war sowohl für den Rettungsdienst als auch für den Notarztwagen-Betrieb auf dem letzten Stand der Medizintechnik ausgestattet.

1994 belief sich der Jahresumsatz schon auf über ? 1,000.000,-, bei einem Stand von über 1.000 Mitgliedern. Die Gruppe leistete zu diesem Zeitpunkt bei über 3.000 Hilfeleistungen insgesamt mehr als 40.000 Dienststunden und führte 7.820 Transport durch. Die Leitung der Gruppe bestand aus den Obmännern Walter Platzer und Alfred Mitschka, dem Schriftführer Friedrich Plöchl, dem Kassier Franz Fruhwirth und dem technischen Leiter Robert Kaminek.

1995 beginnt für den ASBÖ Floridsdorf-Donaustadt das in seiner Geschichte bisher größte Projekt ? der Neubau einer eigenen Rettungsstation. Nach zahlreichen Standortmöglichkeiten stehen eine Liegenschaft in der Großfeldsiedlung und ein gemeinsamer Komplex mit der Wiener Feuerwehr, in unmittelbarer Nähe der neu entstehenden Donau-City, zur Auswahl. Am 28. Oktober 1995 entscheidet sich die Mehrheit des Gruppenvorstandes für die Donau-City und Dipl.Ing. Erwin Scheidl sowie Thomas Grammelhofer werden mit der Projektkoordination beauftragt. Nach dreijähriger Klärung aller finanziellen und rechtlichen Fragen wird am 16. Februar 1998 vom Gruppenvorstand der Neubau und der damit verbundene Planungsauftrag beschlossen.

In diesem Jahr begann auch ein neues Projekt im Sozialbereich. Der ASBÖ Floridsdorf-Donaustadt übernahm die Betreuung der Pensionistenwohnanlage Fortuna in der Leopoldauer Straße.

Der Ausbau des Fuhrparks wurde auch in diesen Jahren weiter fortgeführt. 1996 erfolgte der Umstieg auf die neue Rettungsfahrzeugen der Marke Mercedes Sprinter. Mit dem von uns beauftragten Umbau lieferten wir als erste Rettungsstelle in Österreich eine Vorlage für diese kommenden Generationen von Einsatzfahrzeugen.

1999:
Am 7. Juli 1999 erfolgt im Beisein der amtsführenden Finanzstadträtin Mag. Brigitte Ederer, dem Floridsdorfer Bezirksvorsteher Ing. Heinz Lehner, dem Donaustädter Bezirksvorsteher-Stv. Karl Dampier und zahlreichen Ehrengästen die Grundsteinlegung für das neue Gebäude. Nach etwas mehr als einem Jahr Bauzeit wird am 27. September 2000 die neue Rettungsstelle in einer großen Eröffnungsfeier vom Bürgermeister der Stadt Wien, Dr. Michael Häupl, ihrer Bestimmung übergeben.

2000:
Mit einer Gesamtinvestition von über ? 1,900.000,- stehen der Gruppe Floridsdorf-Donaustadt ab diesem Zeitpunkt, auf einer Gesamtgrundfläche von über 2.200 m², ein modernes Büro- und Schulungsgebäude mit 1.400 m² auf zwei Ebenen, sowie ein Werkstätten- und Garagenkomplex mit 750 m² zur Verfügung. Erstmals in der Geschichte der Gruppe war es damit möglich alles an einem zentralen Ort zusammenzuführen. Die Lagerräumlichkeiten in der Mitterhofergasse, das Schulungszentrum in der Pitkagasse und der alte Stützpunkt in der Bruckhaufner Hauptstraße wurden aufgegeben.

Die Realisierung dieses Projektes war nur durch die Unterstützung der Gemeinde Wien und der Bezirke Floridsdorf und Donaustadt möglich. Wir möchten uns an dieser Stelle bei allen bedanken, die zur Realisierung unseres langjährigen Traums beigetragen haben.

2002:
2002 wurde das Konzept der Erste-Hilfe Stationen auf der Donauinsel den modernen Erfordernissen angepasst. Neben den zehn fixen Stationen sind zusätzlich drei Rettungsfahrzeuge mit Notfallausrüstung und halbautomatischem Defibrillator täglich von Mai bis September im Einsatz. Ein weiterer Schritt zur optimalen Versorgung von Notfallpatienten auf der Donauinsel gelang mit der Installierung eines vollausgestatteten und mit Notfallsanitätern besetzten Rettungswagens an Samstagen, Sonn- und Feiertagen, der im Auftrag der Wiener Rettung im Dienst ist. Damit ist bei Alarmierungen über den Notruf 144 eine noch schnellere Hilfe für die Erholungssuchenden am längsten innerstädtischen Badestrand Europas gegeben.

2003:
Im Jahr 2003 macht die Gruppe Floridsdorf-Donaustadt einen Jahresumsatz von über ? 2,000.000,-, leistet über 13.000 Ausfahrten jährlich, zählt über 600 unterstützende Mitglieder, 140 aktive ehrenamtliche SamariterInnen und einen hauptamtlich beschäftigten Kollegen. Jährlich leisten 100 Zivildiener ihren einjährigen Dienst in unserer Gruppe ab und tragen durch ihre Tätigkeit in einem hohen Ausmaß zum Funktionieren des Dienstbetriebes bei.

Der Aufgabenbereich reicht von der Schwimmausbildung mit zahlreichen Kursen, permanenten Sanitätsdiensten, wie zum Beispiel in der Albert Schulz Eishalle und dem Eisring Süd, der Betreuung von Kindern- und Jugendlichen in unserer Jugendgruppe, zahlreichen Erste-Hilfe Kursen für Ersthelfer und Weiterbildungskursen für unsere MitarbeiterInnen, über mehr als 200 Sanitätsdienste jährlich, dem Rettungs- und Krankentransport bis hin zu zahlreichen Sozialdiensten.

Der Fuhrpark besteht aus drei Rettungs-/Notarztfahrzeugen, sechs Rettungsfahrzeugen, sechs Krankentransportfahrzeugen, sechs Personenkraftwagen, einem Behelfskrankenwagen, einem Lastkraftwagen, sechs Sonderfahrzeugen, drei Erste-Hilfe Anhängern, zwei Anhängern für den Katastropheneinsatz und drei Motorbooten.

Man kann mit Recht behaupten, dass die 50-jährige Geschichte des Arbeiter-Samariter-Bundes Floridsdorf-Donaustadt eine Erfolgsstory ist. Durch unermüdlichen Einsatz zahlreicher Freiwilliger, Hauptamtlicher und Zivildienstleistender wurde aus einer ASBÖ Zahlstelle mit 9 Mitgliedern eine der größten Gruppen des Arbeiter-Samariter-Bundes Österreichs.

2004:
Das Jahr 2004 ging erfolgreich weiter wie die Vergangenen Jahre. Mit Anfang des Jahres nahm unser Rettungswagen "ABK-Donauinsel" seinen Dienst auf. Vorerst nur in der Zeit von 19:00 - 07:00 Uhr konnten wir unter Beweis stellen das wir ein ernst zu nehmender Partner für die Wiener Rettung sind.

Weiters beschloss der Gruppenvorstand den Ankauf und Umbau eines Autobusses zur Mobilen Leitstelle (MLS). Diese wurde durch eine Unzahl an freiwillig geleisteten Arbeitsstunden rechtzeitig zum Donauinselfest fertig. Schon der erste Einsatz unserer MLS rechtfertigte alle Anstrengungen und Arbeitsleistungen an diesem Fahrzeug.

Auch beim Donauinselfest konnten wir mit 695 Hilfeleistungen und 160 Abtransporten unserer Einsatzstärke präsentieren. Zu erwähnen sei auch die perfekte Zusammenarbeit mit der Wiener Rettung.

2005:
Dieses Jahr begann mit der Herausforderung den Sanitätsdienst bei der Eishockey-WM in der Wiener Stadhalle zu planen und umzusetzen. Gemeinsam mit der Gruppe 915 betreuten wir diesen Event.

Gleichzeitig wurde unser Rettungswagen "ABK-Donauinsel" in "ABK-Donaustadt" umgetauft und fuhr von nun an 24h (2x 12h) 7 Tage die Woche für die Wiener Rettung. Gleichzeitig wurde ein Rettungswagen für den Bereich der Donauinsel installiert, der mit dem Namen "ABK-INSEL" seinen Dienst aufnahm (Mo-So von 8:30 - 20:00).

Das Donauinselfest 2005 war bisher eines der stärksten in unserer Vereinsgeschichte. Fast 900 Hilfeleistungen mit knapp 200 Abtransporten war eine lösbare Herausforderung für unsere Einsatzleiter.

Auch der Krankentransport wurde gemeinsam mit der ASB-Wien Leitstelle optimiert und auf die Bedürfnisse angepasst.

Ein weiterer Höhepunkt war der Nationalfeiertag und die Parade des Österreichischen Bundesheeres. Hier war das Motto "Wir helfen gemeinsam" großgeschrieben. Gemeinsam mit dem Malteser Hospitsdienst, den Johannitern, dem Roten Kreuz und der Wiener Rettung wurde dieses Großereignis betreut.